Jacqueline Moesch Mampuya

Tanzpädagogin

Eine Brücke zwischen Europa und Afrika

Jacqueline Moesch Mampuya ist im Kongo geboren, ihre Jugend verbrachte sie in der Schweiz. Daher sind ihr sowohl die afrikanische als auch die europäische Denkweise vertraut.

Die Arbeit als Tanzpädagogin

Auf der Grundlage ihrer Kenntnisse hat Jacqueline Moesch Mampuya einen Tanz- und Unterrichtsstil entwickelt, der das Essentielle des afrikanischen Tanzes herausarbeitet und den Schülerinnen und Schülern zugänglich macht. Mittlerweile blickt sie auf eine lange und reiche tanzpädagogische Erfahrung zurück.

Ein Blick auf den Unterricht

Die Arbeit beginnt in Stille. Die Körper wärmen sich auf. Dann lernen die Tänzerinnen und Tänzer isolierte Übungen, probieren neue Aspekte der Bewegung und tanzen sich in der Gruppe in die Bewegungsabläufe hinein. Der Körper wird zu einem Experimentierfeld. Individuelle Schrittfolgen werden zu Musik und Gesang geübt, Haltungen werden korrigiert und Spannungen gelöst. Die Anfänger werden durch das Vorbild der Fortgeschrittenen unterstützt. Manche Tänze sind dynamisch und fördern die Ausdauer, andere wiederum sind langsam und ruhig; sie erfordern Liebe zum Detail. Ein Schwerpunkt dieser Arbeit ist es, die eigenen Energien und die Energien der Gruppe zu entfalten und gemeinsam zu erleben.

Interview

Interview mit Jacqueline Moesch Mampuya
(Radio SRF1, 24min) > hören

Broschüre

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Die Tänze

Charakteristisch für die meisten Tänze ist die Wiederholung und Variierung von Bewegungsmustern, die typisch für die afrikanischen Traditionen sind, aber auch in anderen Kulturen vorkommen. Die Tänzerinnen und Tänzer bewegen sich teils im Kreis, teils in Reihen und gelegentlich auch solo, immer unterstützt durch Musik oder Gesang. Die Intensität steigert sich bis zum Ausdrücken männlicher Dynamik oder femininer Subtilität. In Afrika ist der Tanz für alle da – für Männer und Frauen, für Alte und Junge; so will Jacqueline Moesch Mampuya auch hier allen Menschen die Tür öffnen, damit sie sich in den Tänzen wiederfinden können. Sie unterstützt die Tänzerinnen und Tänzer, innerhalb der vorgegebenen Muster die eigenen Ausdruckformen zu entwickeln.

Disziplin

Afrikanischer Ausdruckstanz erfordert geistige und körperliche Wachheit und Präsenz. Ausdruck entsteht weder im blinden Abreagieren noch durch manierierte Ästhetik. Um die authentische Geste in den repetitiven Bewegungen zu finden, bedarf es der Selbstdisziplin und der Bereitschaft, sich führen zu lassen. Nur so können alte Gewohnheiten transformiert werden.

Künstlerische Entwicklung

• Unterricht bei Lucky Zebila (Direktor des Nationalballets des Kongo) und Elsa Wolliaston. Sie gehörten zu den ersten Lehrern, die den afrikanischen Tanz in Europa unterrichteten.
• Zusammenarbeit mit der Gruppe Fatala aus Guinea und ihrem Leiter Bruno Camara, sowie mit Paco Ye von der Gruppe Farafina aus Burkina Faso.
• Wiederholte Studienaufenthalte in Afrika und Paris.

Respekt für den Körper

Wohl geht es zuerst um das Lernen afrikanischer Ausdrucksformen, doch die tänzerische Arbeit kann darüber hinaus helfen, den eigenen Körper besser wahrzunehmen und ihm Aufmerksamkeit zu schenken. Er verdient Respekt, wie auch immer er im Tanz reagiert – mit Lachen, mit Verkrampfung, mit Schmerz oder mit Entspannung. Der Körper braucht den Dialog mit einem wachen Geist.

Auftritte und Choreographien

• Teilnahme an vielen Aufführungen afrikanischer Tanzgruppen in Europa und Afrika, teilweise als Solistin
• Interkulturelles Austauschprogramm in Burkina Faso auf Einladung des Kulturministeriums
• Choreographie zu Euripides‘ „Bakchen“ beim Basler Od-Theater (Leitung H.D. Jendreyko, Musik Christoph Marthaler)
• Choreographie für die Tanzperformance „A Viewing with Witnesses“
• Erzählprojekt "Petit Bodiel" nach Amadou Hampâté Bâ, mit forum:claque, Baden

Wellenbewegung im Tanz

Der afrikanische Tanz kennt viele Formen. Neben den kraftvollen Bewegungen in den Tänzen Afrikas legt Jacqueline Moesch Mampuya in ihrem Unterricht auch Wert auf weiche Wellenbewegungen, die sich vom Becken über die Wirbelsäule bis zum Nacken, in die Arme und in die Hände fortpflanzen. Die Tänzerinnen und Tänzer werden sich der eigenen Blockaden und Spannungen bewusst, machen ihren Körper geschmeidiger und können ihn ins Gleichgewicht bringen.

Tanzpädagogische Tätigkeit

• Kurse und Workshops in mehreren Tanzschulen Basels und Zürichs
• Gründung der eigenen Tanzschule „École de danse d‘expression africaine“
• Eigene Workshops und Kurse in Basel, Zürich, Locarno und Amsterdam.
• Wöchige Intensiv-Workshops in der SChweiz, in Italien und in Afrika.
• Unterricht am Konservatorium Zürich und an Schauspielakademien (Berlin, Stuttgart).
• Lehrtätigkeit an zahlreichen öffentlichen und privaten Schulen in der Deutschschweiz und im Tessin.

Die aufrechte Haltung

Das Aufrichten des Körpers ist ein Schwerpunkt der Arbeit. Im Tanz suchen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit der Anleitung von Jacqueline Moesch Mampuya ihre eigene ausgeglichene Haltung und lernen, sich im Umgang mit ihrem Körper selbst zu erziehen. Tanzen ermutigt die Teilnehmer, sich aufzurichten und den Platz auszufüllen, der ihnen gegeben ist – im Tanz und im Leben.

Ausdauer und Konzentration

Das Lernen des afrikanischen Tanzes ist intensiv, es erfordert Ausdauer und Konzentration. Manchmal sollte man trotz Ermüdung nicht aufgeben, um neue schöpferische Quellen zu erschliessen. Damit die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht von Äusserlichem abgelenkt werden und mit sich selber in Kontakt treten können, verzichtet Jacqueline Moesch Mampuya auf das Training vor dem Spiegel.

Die Füsse

Getanzt wird barfuss. Die Fusssohlen tasten den Boden ab und treten mit ihm in unmittelbaren Kontakt. Die Gelenke federn das Körpergewicht ab, so dass der Fuss weich auf den Boden aufsetzt, statt ihn zu schlagen. An die Stelle des harten Aufstampfens tritt die intensive Bodenberührung.

Dialog zwischen Tanz und Musik

Die Kurse und Workshops werden wenn immer möglich von professionellen Musikern begleitet. Die enge Zusammenarbeit unter der Leitung von Jacqueline Moesch Mampuya eröffnet den Musikern ein Feld, das sie inspiriert und ihnen hilft, die Sensibilität für den Dialog von Bewegung und Rhythmus weiter zu entwickeln. Die Tänzerinnen und Tänzer ihrerseits werden in ihrer individuellen Arbeit durch die Musik unterstützt.